Mozarts letztes
Glas
Ein halbes Jahr vor seinem Tod schrieb
Wolfgang Amadeus Mozart seine Hauptwerke für die
Glasharmonika, ein Adagio für Solo Glasharmonika und das
Adagio und Rondo für Glasharmonika, Flöte, Oboe, Viola und
Cello, KV 617.
Mozart hatte die Glasharmonika bereits als
Kind im Haus des Arzt und Heilmagnetiseur Franz Anton Messmer
kennen gelernt. In dessen Villa trafen sich Schriftsteller,
Künstler, Intellektuelle und Musiker. Messmer spielte selbst
mit Leidenschaft und Können das Instrument und setzte die
Glasharmonika als Teil seiner Therapie ein.
Wolfgang Amadeus war fasziniert von diesem
Instrument. Vater Leopold schrieb in einem Brief an seine
Frau:„ ...der Wolferl hat auch schon darauf gespielt. Ach
wenn wir nur so eine Glas-harmonika hätten..."
Leider erfüllte sich dieser Traum so nicht
. Aber in seinem letzten Lebensjahr durfte Mozart seine
Faszination für dieses Instrument doch noch ausleben. Für
einen Auftritt der Glasharmonika-virtuosin Mariane
Kirchgessner im Wiener Kärntnertortheater im Mai 1791
komponierte Mozart das KV 617 für Glasharmonika, Flöte,
Oboe, Bratsche und Cello. Bei der Uraufführung spielte Mozart
wahrscheinlich selbst die Bratsche. Anlässlich dieses
Konzertes entstand auch das Solo Adagio für Glasharmonika KV
617a.
„...Das Wiener Glasharmonika Duo
demonstriert durch die Wahl der Kompositionen rund um Mozarts
„letztes Glas" das unerhörte Klang- und
Ausdrucksspektrum ihrer Instrumente. Die virtuosen,
gleichzeitig kreativen und lustvollen Interpretationen bringen
die musikalische Spannweite des sorgfältig ausgewählten
Repertoires zur vollen Entfaltung. Leicht überträgt sich die
experimentelle Musizierlust und bestechend ertönt die
technische und musikalische Reife der so schlicht wie komplex
gestalteten Kompositionen von frühen Mittelalter bis zur
Gegenwart, von Hildegard von Bingen bis Arvo Pärt...."
Nürnberger Nachrichten
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